Der Webstall Pignia nahm im Jahr 2010 seinen Anfang, als Stini Arn den geerbten Webstuhl ihrer Mutter Ursina Arn-Grischott – einer bekannten Weberin – zu einem musikalischen Instrument umfunktionierte. Durch das Anbringen von Tonabnehmern und die Verstärkung der Webstuhlklänge entstand ein präparierter Webstuhl, der nicht nur Stoffe, sondern auch Klänge erzeugen konnte.
Aus dieser Idee entwickelte Stini Arn eine sozial engagierte Klanginstallation: Der Webstuhl sollte Fäden und Menschen im Rhythmus des Webens miteinander verbinden. Weben wurde dabei zu einem gemeinsamen Prozess, in dem Handwerk, Musik und Begegnung zusammenkamen.
Der Begriff «Webstall» entstand aus der Verbindung von Web(en) und Stall – dem Ort, an dem die erste Installation in einer Scheune in Pignia/GR in den Schweizer Bergen präsentiert wurde. Die erste Veranstaltung war ein Festival, an dem Musiker*innen aus unterschiedlichen Stilrichtungen sowie aus Stadt und Land beteiligt waren. Während der Konzerte wurden die CD-Hüllen gewebt, in denen später die CD-Remixes der Konzertaufnahmen verpackt wurden.
Beim nächsten Anlass im message salon wurde die Konzertreihe weitergeführt. Dort wurden auch die in Pignia entstandenen gewebten CD-Hüllen ausgestellt und verkauft.
2011 war der Webstall Pignia an das Zürcher Theater Spektakel eingeladen. Für die Installation und die Konzertserie wurde eigens ein ganzer Pavillon errichtet, wodurch das Projekt einem grösseren Publikum zugänglich wurde.
Seit seinen Anfängen verbindet der Webstall Pignia textile Praxis, Klangkunst und soziale Interaktion. Aus einem geerbten Webstuhl entstand ein künstlerischer Raum, in dem sich Menschen, Musik und Handwerk im gemeinsamen Rhythmus begegnen.
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